Kategorie: 1970er

  • Wandertag ade

    Wandertag ade

    Aus der Chronik zum 25-jährigen Bestehen der Fachhochschule

    […] Auch sei daran erinnert, dass es für die Studierenden Pflicht war, an den „Wanderta­gen“, die als dienstliche Veranstaltungen ausgewiesen waren, ausgiebig die Gegend zu erkunden.
    Die Begeisterung hielt sich bei längeren Wegs’trecken in Grenzen, schlug dann aber bei der Einkehr in eine ausgesuchte „Gastlichkeit“ schlagartig um.

    Auf Betreiben des Studierenden F.J.W… mann, der sich in den Verwaltungsvorschriften sehr gut auskannte, musste 1978 der Wandertag geopfert werden. Dafür wurde monatlich ein studienfreier Tag eingeführt, damit zu Hause Behördengänge, Arztbesuche o.ä. erledigt werden konnten.
    Trotzdem wurde von mehreren Gruppen nunmehr am Nachmittag der Weg freiwillig zur Steinbachtalsperre eingeschlagen, ein feuchtfröhlicher Kegelabend zwecks Entspan­nung veranstaltet, oder eine Fußgänger- oder Autorallye durchgeführt.

    Selbst Studierende, die ansonsten schwer von Schreibtisch, Schönfelder und Skripten losgeeist werden konnten, haben derartige Exkursionen nie bereut.
    Allerdings wurde eine Wanderung zur Steinbachtalsperre unter der Leitung des erfahrenen Kollegen Peter D. zu einem besonders einschneidenden Erlebnis.

    Im November des Jahres 1999 startete man an der FH um 15.00 Uhr und genoss später nach .zügigen Schritten im Lokal an der Talsperre den wärmenden Glühwein ohne zu bemerken, dass die Dämmerung schon bald einbrach. Es kam, wie es kommen mus$te! Auf dem Rückweg verlief sich die gesamte Gruppe im Wald am Giersberg und irrte hilflos durch das Dickicht und die Felder.
    Zum Glück konnte die Beleuchtung vom Münstereifelkaufhaus als schwache Orientie­rungshilfe dienen.
    Die FH erreichte man dann in später Nacht und schlief völlig geschafft ein. Trotzdem möchte keine(r) der Teilnehn1erlnnen diesen Tag missen, denn er hat die Truppe zu­sammengeschweißt.

    Frau Breitschädel und Studierende der R201/99


    Besonders informativ waren auch die Stadtführungen durch Bad Münstereifel unter der höchst kompetenten und humorvollen Leitung von Frau Breitschädel. […]

  • Nicht ernst zu nehmende „Todesanzeige“

    Nicht ernst zu nehmende „Todesanzeige“

    Erinnerungen der Klasse 5/1975

    Die Klasse 5/1975 wurde noch unter den Bedingungen der Rechtspflegerschule gebildet. Wie unkompliziert der Schriftverkehr damals gestaltet war, zeigt ein Schreiben vom 9. September 1975.

    Ein besonders originelles Zeugnis jener Zeit ist jedoch die „Todesanzeige“, mit der sich die Klasse 5 am 29. Oktober 1976 – zum Ende des Studiums I – von der inzwischen gegründeten Fachhochschule für Rechtspflege verabschiedete.

    Nach 12 kräftezehrenden Monaten Studium I war die Klasse 5 im Oktober 1976 zum Glück nur scheintod. Schon zwei Jahre später haben sich allen Widrigkeiten zum Trotz 20 quicklebendige Rechtspfleger-Anwärter/innen erfolgreich dem Examen gestellt.

    Zehn von ihnen haben sich 50 Jahre nach Studienbeginn im Oktober 2025 an alter Leidensstätte wiedergetroffen und dabei auch Kosten-Helga begrüßt, die sich allerdings an Geldspenden nicht erinnern konnte.

    Klaus Hermann

    Geschäftsleiter des Landesarbeitsgerichts Köln i. R.

  • Sonia

    Sonia

    Wenn Ehemalige ihre Erinnerungen zu Bad Münstereifel austauschen, dauert es im Schnitt weniger als eine Minute, bis dieser Name fällt: Sonia.

    Im Interview mit Andreas Dormann blickt Sonia auf ihre persönliche Geschichte an unserer Hochschule zurück. Und die ist fast ebenso lang wie die der FHR.

  • Mit herzlichem Gruß in A-Dur

    Mit herzlichem Gruß in A-Dur

    Erinnerungen an Aufbaujahre, Studienpläne und Karneval

    Wenn ich ehrlich bin: Viel fällt mir hierzu gar nicht ein. Jedenfalls behaupte ich das zunächst einmal. Denn bei näherem Nachdenken kommt dann doch einiges zusammen…

    Seit 1976 waren der Kollege Prof. Josef Fasselt und ich damit befasst, für den Fachbereich Strafvollzug die Studienordnung und die Studienpläne zu erstellen. Das klingt zunächst nach Aktenordnern, Paragrafen und langen Besprechungen – und vermutlich war es das auch. Aber es war zugleich echte Aufbauarbeit.

    In der Anfangszeit erfolgte vieles in enger Abstimmung mit dem Justizministerium in Düsseldorf sowie mit Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Hessen. Nach der Einheit kamen dann Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen hinzu. Man kann also sagen: Wer damals Studienpläne machte, lernte nebenbei auch die föderale Landkarte sehr genau kennen.

    Herr Fasselt und ich waren außerdem als Vertreter der Fachhochschule in den Prüfungsausschüssen dieser Länder tätig. Damit waren wir nicht nur in Nordrhein-Westfalen unterwegs, sondern auch darüber hinaus bekannte Gesichter – vermutlich gelegentlich gefürchtet, hoffentlich aber auch geschätzt.

    Natürlich bestand das Leben an der Fachhochschule nicht nur aus Studienordnungen, Sitzungen und Prüfungsausschüssen. Bis 1990 war ich gemeinsam mit den Studentinnen und Studenten für die Organisation der Karnevalsfeiern zuständig. In den ersten Jahren konnten wir oftmals sogar Livebands gewinnen. Später wurde dann technisch aufgerüstet: Wir schafften eine eigene Stereoanlage an und spielten unsere eigenen Kassetten ab. Aus heutiger Sicht klingt das vielleicht etwas nostalgisch – damals war es völlig ausreichend, um bis spät in die Nacht zu tanzen.

    An diese Feiern habe ich nur positive Erinnerungen. Besonders schön war, dass selbstverständlich fast alle mitmachten: Studentinnen und Studenten, Direktor, Stellvertreter (die Herren Allolio und Gansen) und auch die Dozenten. Und natürlich erschienen alle im Kostüm. Die Fachhochschule zeigte damit schon früh, dass sie nicht nur Studienordnungen erstellen, sondern auch Karneval feiern konnte.

    Wenn ich auf diese Jahre zurückblicke, denke ich an viel Arbeit, viele Abstimmungen, viele Reisen, aber auch an eine lebendige Gemeinschaft. Es wurde viel geplant, geprüft, organisiert – und gelegentlich eben auch gefeiert und getanzt.

    Mit herzlichem Gruß in A-Dur

    Manfred Hardes

    Dozent im Fachbereich Strafvollzug i. R.

    P. S.

    Wer mehr über die Karnevalsfeiern an der FHR erfahren möchte, dem empfehle ich diesen Beitrag des Kollegen Robert Ramm: Der Tag, an dem die Seeräuber kamen

  • Besondere Vorkommnisse im Zusammenhang mit der Fachhochschule

    Besondere Vorkommnisse im Zusammenhang mit der Fachhochschule

    Ein Jahr nach meiner eigenen Laufbahnprüfung in Bad Münstereifel (1979) wurde das Justizvollzugsamt in Köln, in welchem mein Lehrgangskollege und ich mittlerweile als Personalsachbearbeiter tätig waren, aufgefordert, zwei Bedienstete als Aufsichtskräfte zur schriftlichen Prüfung in die Fachhochschule abzustellen. Die Wahl fiel auf uns beide, weil wir die ersten Absolventen nach der neuen Ordnung waren und insoweit die Fachhochschule kannten. Der damalige Direktor, Friedrich Stüsser, war sehr erstaunt, uns in dieser Funktion wiederzusehen.

    Essensmarke (mit alter Schulbezeichnung) aus dem Jahr 1979

    In den letzten Jahren vor meiner Pensionierung war ich als Rechnungsprüfer bei dem Staatlichen Rechnungsprüfungsamt in Köln tätig (einer Unterbehörde des Landesrechnungshofes NRW). Geprüft habe ich – Dipl. Verwaltungswirt – fast immer mit Kollegen, welche ebenfalls in Bad Münstereifel studiert hatten und Dipl. Rechtspfleger waren. Unser Bestreben war es, wenigstens einmal während unserer Dienstzeit auch die Fachhochschule zu prüfen. Das hat dann auch stattgefunden.

    Lehrgang Strafvollzug im Jahr 1979

    Dabei haben wir einen uns noch bekannten Amtsinspektor in Staunen versetzt. Wir hatten ihn gefragt, wo wir eine bestimmte Vorschrift finden könnten. Er antwortete daraufhin, dass wir diese in der Bücherei finden würden. Darauf haben wir ihn gefragt: „Und wo finden wir die Bücherei?“ Er war zunächst sprachlos und sagte dann, „Ihr habt beide hier studiert und wart noch nie in der Bücherei?“

    Klaus Rick

    Rechnungsprüfer bei dem Staatlichen
    Rechnungsprüfungsamt in Köln i. R.