1976

Mit herzlichem Gruß in A-Dur

Manfred Hardes

Erinnerungen an Aufbaujahre, Studienpläne und Karneval

Wenn ich ehrlich bin: Viel fällt mir hierzu gar nicht ein. Jedenfalls behaupte ich das zunächst einmal. Denn bei näherem Nachdenken kommt dann doch einiges zusammen…

Seit 1976 waren der Kollege Prof. Josef Fasselt und ich damit befasst, für den Fachbereich Strafvollzug die Studienordnung und die Studienpläne zu erstellen. Das klingt zunächst nach Aktenordnern, Paragrafen und langen Besprechungen – und vermutlich war es das auch. Aber es war zugleich echte Aufbauarbeit.

In der Anfangszeit erfolgte vieles in enger Abstimmung mit dem Justizministerium in Düsseldorf sowie mit Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Hessen. Nach der Einheit kamen dann Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen hinzu. Man kann also sagen: Wer damals Studienpläne machte, lernte nebenbei auch die föderale Landkarte sehr genau kennen.

Herr Fasselt und ich waren außerdem als Vertreter der Fachhochschule in den Prüfungsausschüssen dieser Länder tätig. Damit waren wir nicht nur in Nordrhein-Westfalen unterwegs, sondern auch darüber hinaus bekannte Gesichter – vermutlich gelegentlich gefürchtet, hoffentlich aber auch geschätzt.

Natürlich bestand das Leben an der Fachhochschule nicht nur aus Studienordnungen, Sitzungen und Prüfungsausschüssen. Bis 1990 war ich gemeinsam mit den Studentinnen und Studenten für die Organisation der Karnevalsfeiern zuständig. In den ersten Jahren konnten wir oftmals sogar Livebands gewinnen. Später wurde dann technisch aufgerüstet: Wir schafften eine eigene Stereoanlage an und spielten unsere eigenen Kassetten ab. Aus heutiger Sicht klingt das vielleicht etwas nostalgisch – damals war es völlig ausreichend, um bis spät in die Nacht zu tanzen.

An diese Feiern habe ich nur positive Erinnerungen. Besonders schön war, dass selbstverständlich fast alle mitmachten: Studentinnen und Studenten, Direktor, Stellvertreter (die Herren Allolio und Gansen) und auch die Dozenten. Und natürlich erschienen alle im Kostüm. Die Fachhochschule zeigte damit schon früh, dass sie nicht nur Studienordnungen erstellen, sondern auch Karneval feiern konnte.

Wenn ich auf diese Jahre zurückblicke, denke ich an viel Arbeit, viele Abstimmungen, viele Reisen, aber auch an eine lebendige Gemeinschaft. Es wurde viel geplant, geprüft, organisiert – und gelegentlich eben auch gefeiert und getanzt.

Mit herzlichem Gruß in A-Dur

Manfred Hardes

Dozent im Fachbereich Strafvollzug i. R.

P. S.

Wer mehr über die Karnevalsfeiern an der FHR erfahren möchte, dem empfehle ich diesen Beitrag des Kollegen Robert Ramm: Der Tag, an dem die Seeräuber kamen

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