2008

Der Tag, an dem die Seeräuber kamen

Robert Ramm

Karnevalsgeschichte(n) und der Beginn einer närrischen Tradition

Egal ob Alaaf oder Helau, hier waren sich die meisten Studierenden in ihren Abschlusszeitungen schnell einig:

Diese Party gehört neben der Sportfestparty zu den besten!

Schon Anfang der 1980er Jahre wurde in der (damals noch) Fachhochschule regelmäßig eine Karnevalsparty gefeiert, damals organisiert von Oberregierungsrat Manfred Hardes.

Natürlich war die technische Ausstattung eine andere als später.

Musik kam von der Kassette oder aber es gab Livemusik. Mit Unterstützung des Fördervereins wurde schon bald eine eigene Musikanlage angeschafft und kräftig im internen Kreis von Studierenden aller Fachbereiche und Dozenten gefeiert.

Anfang der 1990er Jahre wurde Robert Ramm als Dozent an die Fachhochschule abgeordnet.

Er war gleichzeitig Präsident der KG Seeräuber Obermaubach und konnte seine Verbindungen zu Karnevalsvereinen, DJs und Bands in die Organisation und den Ablauf der Party einbringen. Er übernahm daher in enger Abstimmung mit den Dozenten, den Studierenden und der Verwaltung die Organisation dieser Veranstaltung.

Die Party wurde im großen Stil vom Förderverein gefördert. Alle Einnahmen kamen den Studierenden für die Diplomierungsfeier zugute. Auch der damalige Kantinenpächter, Herr Axel Schmitt förderte später die Veranstaltung kräftig.

Die Technik der Veranstaltung wurde sowohl in Bezug auf Ton und Licht ständig professioneller, es gab zeitweise sogar Nebelmaschinen (die regelmäßig einen Feueralarm auslösten).

Für die Unterhaltung sorgte ein DJ und in jedem Jahr trat eine Liveband auf. In den letzten Jahren war es sogar eine Band, die regelmäßig auf Weiberfastnacht in Köln auf dem Alten Markt neben anderen Gruppen die harte Phase des Karnevals einläutet. Zwischenzeitlich spielte auch einmal der ehemalige Dozent aus dem Fachbereich Strafvollzug Michael Birx mit seiner Backesband aus Jülich.

Es wurde eine Kostümprämierung eingeführt, die sowohl bei Studierenden als auch bei Dozenten zu phantasievollen Verkleidungen Anlass gab. Die Preise wurden vom Förderverein, der damaligen Direktorin der FH und dem Kantinenpächter gesponsort.

Selbstverständlich gab und gibt es für alle Aktiven und Unterstützer einen Karnevalsorden.

Ab 2008 begann eine Tradition, die bis heute anhält. Die KG Seeräuber besuchte erstmals die Party und begleiteten dabei ihr Dreigestirn, mit dabei Bauer Robert I (Ramm). Sie brachten Garden, Schautanzgruppen, Mariechen und ein Herrenballett mit.

Aber auch die Studierenden hatten sich etwas Besonderes einfallen lassen: eine Gruppe von Studentinnen hatten einen Schautanz einstudiert und trugen unter dem Namen FHR Delicious zum Programm bei. Die Begeisterung unter Aktiven und Zuschauern war riesig.

Schnell sprach sich die Qualität der Veranstaltung herum. Nicht nur die Seeräuber kommen seitdem zu jeder Karnevalsparty, sondern auch andere Karnevalsvereine, Kollegen aus der Praxis und selbst Besucher aus Münstereifel und dem Umfeld waren gern gesehene Gäste.

Regelmäßig wurden mit Billigung der Verwaltung den Kollegen aus der Praxis auch Übernachtungsmöglichkeiten in der FH zur Verfügung gestellt.

Weitere Tollitäten aus den Reihen der Hochschule besuchten in den folgenden Jahren mit ihren Vereinen die Karnevalsparty.

Den Anfang machte im Jahr 2014 Prinz Ralf I. (Schneider) mit seinem Dreigestirn und der Karnevalsgesellschaft aus Vussem.

Es folgte im Jahr 2016 Prinz Heinz-Georg I. (Kerkmann) mit seiner Gesellschaft der Biebesse aus Monschau-Höfen.

Alle waren natürlich den anwesenden Gästen gut bekannt und wurden begeistert empfangen.

Einen weiteren Höhepunkt bei dieser Veranstaltung gab es im Jahr 2019. Die Kölner Traditionsgruppe der Lyskircher Hellige Knäächte und Mägde, in Ihrem Reihen die Dozentin Sarah Bliessen besuchte die Karnevalsparty und sorgte mit ihren Tanzdarbietungen für Gänsehautfeeling bei allen Gästen.

Nach der Pensionierung von Robert Ramm wurde die Organisation in die fachkundigen Hände der Dozenten Christian Bock und Prof. Dr. Markus Lamberz übergeben.

An der Qualität der Veranstaltung hat sich dadurch nichts verändert. Immer noch sorgen ein DJ, eine Liveband, Kostümprämierung und nicht zuletzt der Besuch der KG Seeräuber mit Tollitäten und einigen Auftritten für ein abwechslungsreiches Programm.

Es sind diese Veranstaltungen, an die sich die Studierenden nach dem Abschluss gerne erinnern.

Und nicht zuletzt gilt der Grundsatz: Wer gut zusammen feiern kann, kann auch gut zusammen arbeiten und lernen/lehren.

Robert Ramm

Dozent an der FHR NRW i. R.

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