„Hey, do met d’r Bonny-Tyler-Stemm – sing ens jet leiser!“ dröhnte es in den Kopfhörern der drei Sängerinnen. In seinem gewohnt breiten Kölsch machte Jürgen deutlich, dass er mit dem Gesang noch nicht zufrieden war. Drei Takes später hatten wir den engelsgleichen Refrain auf Tonband. Die Männerstimmen und das Saxophon hatten wir in der Woche zuvor bereits aufgenommen. Jetzt fehlten nur noch Mixing und Mastering – dann konnte „Bääd Münstereifel“ zur CD-Pressung von Köln nach Kanada reisen. Das war 1995.
1986, neun Jahre zuvor, begann mein Studium der Rechtspflege an der FHR. In dieser Zeit habe ich den Song geschrieben: inspiriert gleichermaßen vom aufregenden Campusleben, von ersten juristischen Fällen und von (echten, nicht geistigen) Tieffliegern. Letztere donnerten damals wahnsinnig laut über unsere Köpfe hinweg. „Das waren unsere Tornados, über die Sie da singen“, schrieb mir Ende der 90er ein amüsierter Major des Fliegerhorsts Nörvenich. Irgendwie war er an eine unserer CDs gekommen und fühlte sich verpflichtet, so etwas wie eine späte augenzwinkernde Entschuldigung abzugeben.

„Bääd Münstereifel“ wurde regelmäßig live auf Studentenpartys von unserer FHR-Band gespielt.
Die probte damals wöchentlich im heutigen Dozentenfächerraum. Dort hörte uns niemand und so störten wir die anderen nicht beim Lernen. Denn: Wir waren nicht sehr gut, aber laut – lauter als die Tornados, wie manche behaupteten.
Dass ich den Song später in einem Tonstudio aufnehmen konnte, verdankte ich dem Umstand, nach dem Studium ins Uni-Center in Köln zu ziehen. Im damals größten Wohnhochhaus Europas wohnte nämlich unter den mehr als 2.000 neuen Nachbarn auch der berühmt-berüchtigte Rockmusiker Jürgen Zeltinger. Nach einem peinlichen Kennenlernen (andere Geschichte) wurden wir gute Freunde und arbeiteten gemeinsam an einigen Musikprojekten. So ergab es sich ganz von selbst, dass wir irgendwann in Jürgens „Plaate Studio“ den FHR-Song aufnahmen – zusammen mit ehemaligen Studierenden und Lehrenden als Studiogästen.

„Bääd Münstereifel“ wird jetzt 40 und die CD 30+. Und das im Jahr unseres 50-jährigen Hochschuljubiläums! Drei runde Gründe, den Song nun in einer „Anniversary Edition“ nochmals zum Besten zu geben. Bitteschön: hier ist er:
Kopfhörer aufsetzen, „Play“ drücken und in Tornado-Lautstärke mitsingen!
Andreas Dormann – aka „Andy D.“
Leiter des Zentrums für Informationstechnologie und Mediendidaktik (ZIM) an der Hochschule der Justiz Nordrhein-Westfalen
P. S.:
Wer die Frau „met d’r Bonny-Tyler-Stemm“ war?
Sorry, das fällt unter die DSGVO.


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