Es war im Jahr 1985, als es in den Gemäuern der Fachhochschule in Bad Münstereifel in mehreren Klassenräumen heftig gespukt hat. Ein vorher noch nie in Erscheinung getretener Poltergeist trieb in einer Unterrichtsstunde vor der großen Pause seinen Schabernack und war aber danach auch wieder für immer verschwunden. Am lautesten waren die seltsamen Geräusche aus dem Lautsprecher der Studiengruppe zu hören, in der Kosten-Helga Hünnekens gerade versuchte, ihren Schützlingen etwas beizubringen. Es wurde deshalb vermutet, dass die verlorene Seele eines ehemaligen Blockversagers mit einem entscheidenden Defizit im Kostenrecht für den Spuk verantwortlich war. Löwengebrüll, diverse andere Tiergeräusche, ein aufheulender Motor und eine betätigte Toilettenspülung konnten doch unmöglich direkt aus dem Vorzimmer des Leiters der FHR über das dortige Mikrofon gesendet worden sein.
Nachdem sich der Trubel um das merkwürdige Ereignis gelegt hatte, haben wir in einem unbeobachteten Moment, den in der Lautsprecherbox verdrahteten Walkman mit der liebevoll zusammengestellten 45-Minuten-Cassette wieder abgeklemmt und bis jetzt das Geheimnis bewahrt.
Jürgen Sattler
Oberlandesgericht Hamm


Schreibe einen Kommentar