1979

Besondere Vorkommnisse im Zusammenhang mit der Fachhochschule

Klaus Rick

Klaus Rick an der FH (1978)

Ein Jahr nach meiner eigenen Laufbahnprüfung in Bad Münstereifel (1979) wurde das Justizvollzugsamt in Köln, in welchem mein Lehrgangskollege und ich mittlerweile als Personalsachbearbeiter tätig waren, aufgefordert, zwei Bedienstete als Aufsichtskräfte zur schriftlichen Prüfung in die Fachhochschule abzustellen. Die Wahl fiel auf uns beide, weil wir die ersten Absolventen nach der neuen Ordnung waren und insoweit die Fachhochschule kannten. Der damalige Direktor, Friedrich Stüsser, war sehr erstaunt, uns in dieser Funktion wiederzusehen.

Essensmarke (mit alter Schulbezeichnung) aus dem Jahr 1979

In den letzten Jahren vor meiner Pensionierung war ich als Rechnungsprüfer bei dem Staatlichen Rechnungsprüfungsamt in Köln tätig (einer Unterbehörde des Landesrechnungshofes NRW). Geprüft habe ich – Dipl. Verwaltungswirt – fast immer mit Kollegen, welche ebenfalls in Bad Münstereifel studiert hatten und Dipl. Rechtspfleger waren. Unser Bestreben war es, wenigstens einmal während unserer Dienstzeit auch die Fachhochschule zu prüfen. Das hat dann auch stattgefunden.

Lehrgang Strafvollzug im Jahr 1979

Dabei haben wir einen uns noch bekannten Amtsinspektor in Staunen versetzt. Wir hatten ihn gefragt, wo wir eine bestimmte Vorschrift finden könnten. Er antwortete daraufhin, dass wir diese in der Bücherei finden würden. Darauf haben wir ihn gefragt: „Und wo finden wir die Bücherei?“ Er war zunächst sprachlos und sagte dann, „Ihr habt beide hier studiert und wart noch nie in der Bücherei?“

Klaus Rick

Rechnungsprüfer bei dem Staatlichen
Rechnungsprüfungsamt in Köln i. R.


Kommentare

Ein Kommentar zu „Besondere Vorkommnisse im Zusammenhang mit der Fachhochschule“

  1. Avatar von Klaus Rick
    Klaus Rick

    Zwei Anekdoten mit Bezug zur Fachhochschule im Nachgang
    Abschied von der Fachhochschule
    Nach Abschluss der Fachhochschule hatten wir Strafvollzugsabsolventen die Genehmigung bekommen, auf dem Gelände der Fachhochschule ein Zelt aufzustellen, um dort zu feiern. Während der Feier kam einer der damaligen Hausmeister der Schule (ein uriger Eifler) vorbei und wir luden ihn auf ein Bier ein. Wir waren einige Rheinländer (mich eingenommen) welche die „Landessprache“ beherrschten und er sich daher bei uns sehr wohl füllte. Im Laufe dieser Zeit ließ er sich auch negativ über Mitarbeiter der Fachhochschule aus. Unteranderem auch über den damaligen Direktor Friedrich Stüsser. Nachdem er sich alles von der Seele geredet hatte, wurde er von einigen Kollegen darauf hingewiesen, dass ich mit dem Direktor „verwandt“ sei. Er wurde darauf kreidebleich und wir hatten schon große Sorgen um seine Gesundheit. Die Kollegen beruhigten und ihn und sagten, dass ich nichts verraten würde. Das hat ihn dann wieder ruhiggestellt und wir konnten weiter feiern.

    Frage nach dem beruflichen Werdegang
    Wenn wir vom Rechnungsamt unterwegs waren, wurden wir oft auch gefragt, welchen beruflichen Werdegang wir hatten und wie wir dann zum Rechnungsprüfungsamt gekommen seien. Wie bereits erwähnt, war ich meistens mit Rechtspflegern unterwegs (sowohl weibliche als auch männliche). In einem Fall kam ein Bediensteter der geprüften Stelle zu mir und fragte mich, ob es richtig sei, dass ich aus dem Strafvollzug käme. Als ich die Frage korrekt mit „Ja“ beantwortete, sagte er zu mir: „Also stimmt das doch, was Ihre Kollegen mir gesagt haben!“ Danach machte er ein merkwürdiges Gesicht und ging weiter. Den Vorfall habe ich den Kollegen geschildert und gefragt, was sie dem Mitarbeiter gesagt hätten. Dabei kam heraus, dass sie mich als ehemaligen „Knacki“ geschildert hatten, welcher durch sie, die Rechtspfleger resozialisiert werden sollte. Daher seien auch immer zwei Rechtspfleger bei meinen Prüfungen zugegen.

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