Die Fachhochschulen … fördern … den Sport.
Das Jahr 2019 nimmt in der Geschichte des Sportfestes eine Sonderstellung ein. Es gehört zu den selteneren Jahren, in denen es dem Team der Dozierenden und Verwaltungsmitarbeiter nicht gelang, den begehrten Sportfestpokal zu gewinnen. Für die Studierenden war dies zweifellos ein sportlicher Triumph – für alle anderen eher ein Betriebsunfall mit Erinnerungswert.
Das traditionelle Sportfest
Neben Sportgeräten und -Räumen und einem vielfältigen Sportprogramm fördert die Hochschule der Justiz den Sport insbesondere durch das jährliche Sportfest.
Soweit die Erinnerungen zurückreichen, findet im September zur Begrüßung des neuen Studium 1, zum Kennenlernen und zur Teambildung das Sportfest statt. Manche behaupten, es sei das wichtigste Ereignis im Studienjahr.
Mitte des letzten Jahrhunderts bestand das Sportfest noch aus Staffellauf, Kugelstoßen und Sackhüpfen. Es beschränkte sich auf einen Nachmittag. Inzwischen ziehen sich die Wettkämpfe über mehr als eine Woche hin und das Programm wurde dem Zeitgeist entsprechend aktualisiert. Unter den Sportarten findet sich Calisthenics, Singstar, B-Pong, Shopping-Queen und Poker. Die Studiengruppen messen sich gemeinsam mit ihren Dozierenden in inzwischen 26 Sportarten. Am Haupttag finden sich bis zu 600 Studierende im Park vor der Hochschule zusammen und streiten – meist friedlich – um die Punkte. Sie können ihren Direktor beim Boulespiel schlagen, den Fachbereichssprecher beim Fußballspiel besiegen, die Geschäftsleiterin bei Calisthenics überwinden, versuchen den Sportdozenten beim Kickern zu bezwingen. Kurz gesagt: die gesamte Schule macht mit.
Die Auswirkungen des Sportfestes lassen sich auch im Vorlesungsgeschehen feststellen. Sind die Studierenden im August häufig noch etwas unsicher und isoliert, hat sich das im September geändert. Das Studiengruppen-Team muss sich finden, auch weniger Begeisterte motivieren, alle Wettkämpfe besetzen und anschließend gemeinsam den Siegespreis seiner Bestimmung zuführen – das schweißt zusammen und bietet den notwendigen Rückhalt für spätere Herausforderungen.

Das Ziel aller Anstrengungen: der Sportfestpokal – er verbleibt für ein Jahr beim Gruppensieger.
Die Studierenden organisieren das Sportfest mit Hilfe des Sportdozenten selbst. Das ist regelmäßig eine neue Erfahrung. Wer schon mal versucht hat mehrere hundert Studierende zu lenken, kann die Schwierigkeit ermessen. Zudem sind die Verlierenden regelmäßig unglücklich und hadern, durchaus erregt, mit den Regeln, den Schiedsrichtenden, dem Rasen … Auch damit muss man lernen umzugehen. Wer das schafft, geht auch auf der Rechtsantragstelle nicht unter. Nachdem in den Anfangsjahren die Dozierenden mehr oder weniger aus Spaß an der Freud teilnahmen und immer wieder auf den hinteren Rängen landeten, änderte sich das seit dem Jahr 1997 mit der Berufung des Handels- und Kostenrechts Dozenten Thomas Schmidt zum Sportdozenten. Auch im Dozenten-Team wurden Motivierungsgespräche geführt, die Aufstellung erfolgt seitdem nach dem Leistungsprinzip, es wurden Trainingsstunden eingerichtet, neue Sportarten aufgenommen. Urlaubsanträge für September führten zu Rücksprachen. Diese Arbeit trug Früchte. Inzwischen führt ein Sieg für Studierende beim Sportfest nur noch über das Team der Dozierenden.
Thomas Schmidt
(Sport-)Dozent an der Hochschule der Justiz Nordrhein-Westfalen


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