1992

Der Beginn einer lebenslangen Freundschaft

Heike Romeike

Nachdem ich 1988 mein Examen zur Diplom-Rechtspflegerin erfolgreich bestanden hatte, stand eines für mich fest: Ich möchte wieder an meine Studienstätte zurückkehren – möglichst als Dozentin. Am 01.02.1992 erfüllte sich mein Wunsch – ich kehrte an die Fachhochschule für Rechtspflege NRW zurück … als Mitglied der Verwaltung und stellvertretende Geschäftsleiterin ;-).

„Bewaffnet“ mit meiner privaten elektronischen Schreibmaschine (die Digitalisierung war noch weit entfernt) begann ich also meine „Karriere“ an der Hochschule. Meine Kolleginnen und Kollegen in der Verwaltung – in der „engeren“ Verwaltung damals knapp 10 Personen – und allen weiteren Bereichen hatten mich sehr lieb aufgenommen, so dass ich schon nach kurzer Zeit „richtig angekommen“ war. Glücklicherweise hatten auch alle Zeit und Geduld, mich in die Verwaltung einzuführen. Von der Tätigkeit der Geschäftsstelle über Fortbildung, Hausverwaltung, Haushalt pp. wurde ich sozusagen „von der Pike auf“ mit allen Sachgebieten vertraut gemacht. Und so wurde ich Teil eines unschlagbaren Teams, das sich zu jeder Zeit gegenseitig unterstützte. Denn es gab nicht nur 1992, sondern auch in den Folgejahren eine Vielzahl von Aufgaben zu erledigen, beispielsweise …

Die Einrichtung und Organisation der Neben­stelle „Erlenhof“ in Euskirchen

Hierbei ging u. a. ein Generalschlüssel „verloren“ und fand sich doch ein paar Tage später in der Hosentasche eines anderen Verwaltungsmitglieds wieder. Beeindruckend auch hier die Arbeit aller Beteiligten Hand in Hand … der eine fuhr den vollbeladenen PKW (Kombi) mit offener Heckklappe, der andere schmiss die WC-Papier-Rollen aus dem Wagen heraus und die weiteren Kolleginnen/Kollegen sorgten dafür, dass diese in die entsprechenden Häuser gelangten. Alles klappte einwandfrei, so dass der „Erlenhof“ rechtzeitig die Studierenden empfangen konnte.

Das Richtfest und die Eröffnung der Fachhochschule II

Die Diplomierungsveranstaltungen

Sie waren das jährliche Highlight, welches manche Herausforderung bereithielt, wie z. B. die Stühle bei Vereinen o. ä. in den umliegenden Ortschaften abzuholen und wieder zurückzubringen, den wertvollen Flügel von der Aula aus in einen Kleintransporter zu verfrachten und zum Ort der Feier zu fahren und auch heil wieder in die Aula zurückzubringen, und, und, und.

Die An- und Abmietung von Unterkünften für die Studierenden (u. a. auch der Liegenschaft in Langscheid)

Die Angliederung des Ausbildungszentrums
der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen sowie der Justizausbildungsstätte in Monschau

Die Anmietung, Einrichtung und Organisation der Nebenstelle in Essen.

Es gäbe noch viele andere weitreichende Ereignisse, die erwähnenswert wären. Aber das würde den Rahmen jetzt sprengen.


Bei alledem kam der Spaß nicht zu kurz.

An Weiberfastnacht wurde über einige Jahre von uns in der „inneren Verwaltung“ eine Sitzung vorbereitet, die wir vor hinreichend „Verwaltungs-Publikum“ – das war zu der Zeit, als die Reinigungskräfte noch beim Land beschäftigt waren und mit viel Hingabe „ihr“ Revier in einen einwandfreien Zustand versetzten – präsentierten. In der „Hitparade“ traten u. a. Nana Mouskouri, Roger Whittaker und Lucilectric auf. Sogar die Wildecker Herzbuben waren zu Besuch (das ergab sich, weil neben mir gleich zwei weitere Verwaltungsmitarbeiterinnen Nachwuchs erwarteten, was die Kostümierung erheblich vereinfachte).

Daneben gab es auch Sketche, die nicht nur kleidungstechnisch Kolleginnen und Kollegen in einem neuen Bild erscheinen ließen (Stichwort: Nachtwäsche, Socken, Schiesser-Feinstrick).

Auch ein kurzer Wettkampf an der Dart-Scheibe im Keller oder am Kicker – soweit dieser nicht durch die Studierenden belegt war – hat manche Mittagspause aufgelockert.

Ja, und fast schon legendär waren unsere Betriebsausflüge, die u. a. viele Jahre von dem „Brücken-Team“ vorbereitet wurden. Hier eine kleine Auswahl:

Wanderung auf dem Rotweinwanderweg

In einem Jahr fiel erst vor der Rückfahrt des Busses auf, dass zwei Hausmeister „abhanden“ gekommen waren. Sie waren derart in ihr Gespräch vertieft, dass sie die Abzweigung, die alle anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer genommen hatten, glatt verpasst hatten. Eine Kontaktaufnahme per Handy/Smartphone war nicht möglich, da sich diese technische Errungenschaft schlichtweg noch nicht durchgesetzt hatte. Zum Glück konnten die Herren dennoch wiedergefunden und per PKW rechtzeitig zum gemeinsamen Abendessen gefahren werden.

1-Tages-Trip mit dem Flieger nach München

Beeindruckend war der Besuch der Bavaria-Studios, in welchem drei „FHR-ler“ sogar ihr schauspielerisches Talent im Blockbuster „(T)Raumschiff Surprise“ unter Beweis stellen konnten. Zum Abschluss des Kurz-Trips gab es ein zünftiges Essen im „Augustiner“. Sogar Personen mit Flugangst hatten sich diesem Abenteuer angeschlossen und konnten dank „Einzel-Betreuung“ im Flieger am folgenden Tag wieder ihre Tätigkeit aufnehmen.

Zeche Zollverein und Besuch der Arena auf Schalke

Dass wir tatsächlich die Arena betreten durften, lag wahrscheinlich an dem freundlichen Tourismusführer … schließlich waren wir standesgemäß mit einem Bus, der die Aufschrift „12. Mann des 1. FC Köln“ trug, vorgefahren.

Gasometer Oberhausen

Nachdem der erste Versuch scheiterte, da der Bus schon auf der A 1 in Höhe Mechernich schlapp machte, freuten wir uns über ein Erlebnis im zweiten Versuch.

Besichtigung und Führung des Flughafens Köln/Bonn

Diese wurde professionell durch das Fachpersonal der „Air FHR“ begleitet, so dass bereits bei der Bus-Anfahrt zum Flughafen den reisenden standesgemäß alle Sicherheitsvorschriften erläutert wurden.

Minigolf-Turniere

Ein Highlight waren auch die mehrfach durchgeführten Minigolf-Turniere, zu denen die gemischten Teams (jeweils Dozentinnen und Dozenten gemeinsam mit Verwaltungsmitarbeitenden) voller Eifer um den Sieg kämpften.


Im Jahr 2013 wurde ich zur Geschäftsleiterin der Fachhochschule für Rechtspflege Nordrhein-Westfalen ernannt. Damit erfüllte sich für mich ein lang gehegter Wunsch.

Nach fast 29 Jahren, 1 Direktorin und 4 Direktoren, denen mein großer Dank gilt, endete meine Zeit an der Fachhochschule für Rechtspflege Nordrhein-Westfalen, da ich mich einer neuen beruflichen Herausforderung stellen wollte.

Es bleibt eine lebenslange Freundschaft zu „meiner“ Fachhochschule und „meinem“ alten Team, welches mich über die vielen Jahre hinweg begleitet und unterstützt hat.

Heike Romeike

Geschäftsleiterin des Landesarbeitsgerichts Köln

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