1996

Bon giorno, Roma

Susanne Koch

Während der fachpraktischen Ausbildung haben einige Studierende des Fachbereichs Rechtspflege und des Strafvollzugs unter der Begleitung von Professor Dyrchs und Herrn Mazurkiewicz in der Zeit vom 21.-29.09.1996 eine Studienfahrt nach Rom unter­nommen.

Am Montag, den 21.09. ging es um 6 Uhr in der Frühe von Köln aus mit dem Bus los, in Richtung Süden. Auch wenn viele Wege nach Rom führen, so sind diese dennoch sehr weit von Germanien aus. So machten wir einen Zwischenstop in Wels­berg/Südtirol, und setzten erst am nächsten Tag unsere Reise fort.

Nachdem wir die majestätischen Berge hinter uns gelassen hatten, fuhren wir durch die flache Po-Ebene, vorbei an Verona, Modena und Bologna, wo es dann langsam wieder bergig wurde. Nachdem wir die Kuppel des Florentiner Doms hinter uns gelassen hat­ten, war es nicht mehr weit bis zur ,,Ewigen Stadt“. Um ca. 20 Uhr erreichten wir dann unser etwas außerhalb der Stadt gelegenes Hotel „Rouge et Noir“.

Das offizielle Rahmenprogramm bestand für den Fachbereich Rechtspflege unter ande­rem in einem Besuch des Justizministeriums, bei dem wir Gelegenheit hatten, mit einem Vertreter des Ministeriums zusammenzutreffen. Unter zu Hilfenahme einer Dolmet­scherin wurden uns die Grundzüge des italienischen Rechts vermittelt. In einer an­schließend regen Diskussion wurden die Rechtssysteme Deutschlands und Italiens ver­glichen.

Für den Fachbereich Strafvollzug stand unter anderem ein Besuch im kriminal­historischen Museum auf dem Plan, bei dem die Teilnehmer auf den historischen Spu­ren ihrer italienischen Kollegen wandern konnten.

Zwischen den offiziellen Programmpunkten blieb den Teilnehmern noch genügend Zeit, um die beeindruckende Stadt auf Schusters Rappen zu erkunden. Dabei blieb es dem einzelnen überlassen, welchen Schwerpunkt er auf seiner Erkundungstour legt: Entweder auf das Rom der Antike mit seinen zahlreichen Relikten, wie z.B. dem Kolos­seum, dem Forum Romanum, dem Kapitol oder dem Zirkus Maximus. Oder aber dem geistlichen Rom mit dem Petersdom, der Sixtinischen Kapelle· oder der Basilika San Paolo Fuori, in der die Bilder sämtlicher amtierenden Päpste zu sehen sind.

Aber auch für den Genießer bot Rom jede Menge: An der Spanischen Treppe mit Tou­risten aus aller Herren Länder zusammenzutreffen, über die Ponte San Angelo zu flanie­ren, in den exklusiven Geschäften seine Lire unter die Leute zu bringen, und anschlie­ßend die Füße ausruhen zu lassen in einem der vielen Straßencafes, um dann am Abend zum Trevibrunnen zu schlendern, der einen im gleißenden Licht willkommen hieß.
Kurz gesagt war für jeden Geschmack etwas dabei!

An unserem letzten Tag hatten wir die Möglichkeit, mit Professor Dyrchs nach Ostia zu fahren. Nach einem kurzen Abstecher in das heutige. Ostia ging es in die antiken Stadt­ruinen der heute verlandeten Hafenstadt. Die zum Teil noch phantastisch erhaltenen Bauten gaben ein lebendiges Zeugnis vom Leben dieser Stadt: Badehäuser, Einkaufs­straßen, ein Theater, ein Wirtshaus mit „Cervisia-Garten“ und Springbrunnen u.v.a.

Aber so wie jede Reise einmal zu Ende geht, so erging es auch dieser!

Am Samstag, den 28.09. ging es wieder Richtung Heimat. Nach erneuter Station in Welsberg ging es am nächsten Morgen weiter nach Norden. Um etwa 21 Uhr kamen wir in der Domstadt am Rhein wieder an, 2 Tagesfahrten von der am Tiber entfernt.
Aber jeder Teilnehmer hat eine Münze in den Trevibrunnen geworfen, als Zeichen, dass er bestimmt wiederkommt. Darauf lege ich meine Hand in den Bocca delle Verita, den der Poet Giuseppe Gioacchino Belli sagen lässt:

In diesen Mund steckst du die Hand,
Und wird sie beim Herausziehen nicht geschnappt,
dann warst du ehrlich, so wird’s anerkannt.
Steckt sie ein Lügner rein, si.ehf s anders aus:
Der merkt ganz schnell, jetzt hat er Pech gehabt,
Die Hand bleibt drin, die kriegt er nicht mehr raus.

Arrivederci, Roma

Susanne Koch

Stv. Geschäftsleiterin an der Hochschule der Justiz Nordrhein-Westfalen

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