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  • Rechtspfleger sind überall: Auch in Karlsruhe

    Rechtspfleger sind überall: Auch in Karlsruhe

    Ein Reisebericht von Dr. Max Friedrich

    Wir schreiben das Jahr 2016, es ist früh am Morgen und Bad Münstereifel schläft – bis auf einen Bus mit 50 Studierenden, der vor der FH II steht und wartet – denn einer hat verschlafen. Es soll nicht verraten werden wer – aber trotz bestehender Vorurteile war es kein Studierender…

    Nach dieser kurzen Verzögerung ging es los: Es ist nicht überliefert, ob der Busfahrer in sein Navi „BVerfG“ eingegeben hat, jedenfalls erreichten die zwei Studiengruppen mit ihren Leitern Dr. Gerd Kathstede und mir dreieinhalb Stunden später das Gericht, das in der Presse gerne als das höchste Gericht bezeichnet wird. Dort empfing uns eine Richterin des Landgerichts Bonn, die zu der Zeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin an das Bundesverfassungsgericht abgeordnet war. Beeindruckend waren zweierlei Dinge:

    1. Es ist eine surreale Erfahrung in dem Saal zu stehen, den man schon hunderte Male im Fernsehen gesehen hat und die Stühle berühren zu können, von denen sich die Rotroben erheben und über die Geschicke unseres Landes und die Achtung der Grundrechte des Einzelnen urteilen.
    2. Bei der Führung wurde uns ein verblüffender Aspekt der Arbeitsweise des BVerfG erläutert. Zum juristischen Allgemeinwissen gehört noch, dass von den rund 5.000 Verfassungsbeschwerden pro Jahr nicht einmal zwei Prozent Erfolg haben und über 90 Prozent der Verfassungsbeschwerden durch Nichtannahmebeschluss ohne Begründung verworfen werden.

    Unbekannt war uns jedoch, wie es zu den meisten dieser Entscheidungen kommt: Im sogenannten Allgemeinen Register wird geprüft, ob Verfassungsbeschwerden bereits offensichtlich unzulässig sind oder unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts offensichtlich keinen Erfolg haben können. Diese Verfahren werden regelmäßig mit einem Hinweisschreiben erledigt. Der Clou: Im allgemeinen Register arbeiten im Wesentlichen Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger, die mit Ihrer Prüfung der Zulässigkeit der Verfassungsbeschwerden den zentralen Beitrag zur Funktionsfähigkeit der beiden Senate beitragen. Die Mitarbeiterin des Bundesverfassungsgerichts ließ es sich dann nicht nehmen um unseren gut ausgebildeten Nachwuchs zu buhlen – Ich kann es ihr nicht verdenken!

    Nach 15 Minuten Fußmarsch erreichten wir den Bundesgerichtshof. Nach einer Führung durch das erbgroßherzliche Palais besuchten wir eine Sitzung des III. Zivilsenats, bei dem Notarhaftung auf der Rolle stand. Aus pädagogischer Sicht der Studiengruppenleiter war das eher ein Thema, das man sich nicht ausgesucht hätte und es ging eher um den Eindruck „Karlsruhe“ live verhandeln zu sehen. Doch dann kam die dicke Überraschung: Der Notar hatte in der Sache eine Rechtsprechungsänderung des BGH nicht antizipiert und die BGH-Anwälte und der Vorsitzende tauschten lebhaft Argumente aus und zwar zu einem Thema, das den Studierenden aus den Vorlesungen bekannt war. Noch Wochen später haben wir mit den Studierenden über das Verfahren gesprochen und auf die Veröffentlichung der Entscheidung hingefiebert. Der Vorsitzende beantwortete im Anschluss an die Sitzung noch zahlreiche Fragen, z.B. wie ohne Protokollführer und Diktiergerät das Sitzungsprotokoll erstellt würde: Der Vorsitzende zeigte verschmitzt Papier und Stift und erklärte bescheiden, das sei am BGH nicht so schwierig.

    Zehn Jahre nach unserer Exkursion nach Karlsruhe bleiben für mich zwei Eindrücke haften: 1) Welche Leistung die Studierenden an unserer Hochschule erbringen, um nach 1 ½ Jahren Studium auch an den höchsten Gerichten sofort in scheinbar fernliegender Materie kompetente Gesprächspartner zu sein. 2) Welche Allzweckwaffen unsere Hochschule für das Funktionieren unseres Rechtsstaates auf allen Ebenen ausbildet.

    In diesem Sinne wünsche ich der Hochschule der Justiz NRW alles Gute zum 50. Geburtstag und wünsche uns, dass sie auch in den kommenden 50 Jahren den juristischen Nachwuchs ausbildet, um den uns selbst Karlsruhe beneidet.

    Dr. Max Friedrich

    Justiziar an der Hochschule der Justiz Nordrhein-Westfalen

  • Filzpantoffel und Patchworkdecken

    Filzpantoffel und Patchworkdecken

    Kunst- und Handwerkermarkt an der FHR NRW

    Im Jahr 2014 hatte sich an der Fachhochschule für Rechtspflege Nordrhein-Westfalen bereits eine Tradition etabliert, die auf den ersten Blick so gar nicht nach Lehre, Klausuren und Gesetzestexten klingt: der Kunst- und Handwerkermarkt. Zum fünften Mal zogen Filzpantoffeln, Patchworkdecken, Holzarbeiten, Schmuck und viele andere handgefertigte Dinge in die Räume der Hochschule ein. Was 2010 als Idee einer ausstellungserfahrenen Kollegin begonnen hatte, war damit längst mehr als ein Versuch – und aus heutiger Sicht genau in der Mitte einer zehnjährigen Erfolgsgeschichte angekommen.

    Als langjährige Ausstellerin beim Kunst- und Handwerkermarkt im Oberlandesgericht Köln hatte ich irgendwann einmal die Idee, solch einen Markt auch in den Räumen der Fachhochschule zu organisieren. Die Räumlichkeiten boten sich geradezu an und auch die Gelegenheit, die Fachhochschule nach außen zu repräsentieren, spielte dabei eine Rolle.

    Nachdem die Direktorin der Fachhochschule, Frau Dr. Dylla-Krebs, ihr Einverständnis gegeben hatte, begann ich Anfang 2010 mit der Planung des 1. Kunst- und Handwerkermarktes, der am 31. Oktober 2010 stattfinden sollte. Am wichtigsten waren natürlich die Ausstellerinnen und Aussteller. Es sollten Hobbykünstler sein, aber ich wollte auch kleinen besonderen Handwerksbetrieben aus Bad Münstereifel und Umgebung die Möglichkeit geben, ihre Produkte auf unserem Markt vorzustellen.

    Natürlich war der Kunst- und Handwerkermarkt auch Thema bei den Kolleginnen und Kollegen sowie Dozentinnen und Dozenten und in einschlägigen Zeitschriften machte ich auf diesen Markt aufmerksam. Schon bald gingen die ersten Anfragen zur Teilnahme ein und es dauerte nicht lange, und die Standplätze waren vergeben.

    Der 31. Oktober 2010 rückte näher und viele helfende Hände aus den Reihen der Verwaltung und des Hausmeisterdienstes machten diesen Handwerkermarkt erst möglich.

    Der Kantinenpächter hatte sich bereit erklärt, für das leibliche Wohl der Besucherinnen und Besucher zu sorgen und viele Kolleginnen aus der Verwaltung kümmerten sich um Kaffee und Kuchen in der Cafeteria.  Damit stand dem 1. Kunst- und Handwerkermarkt an der Fachhochschule für Rechtspflege Nordrhein-Westfalen nichts mehr im Wege.

    Der Andrang der Besucherinnen und Besucher am Markttag übertraf bei weitem unsere Erwartungen. Mit solch einem Zuspruch hatten wir nicht gerechnet. Das Interesse an unserem Handwerkermarkt, aber auch an den Räumlichkeiten der Fachhochschule war groß und am Ende des Tages zogen wir das Fazit:
    Diesen Handwerkermarkt werden wir wiederholen.

    Genau zehn Mal fand dieser Kunst- und Handwerkermarkt statt. Viele Ausstellerinnen und Aussteller präsentierten in dieser Zeit ihre tollen und hochwertigen Arbeiten und konnten die Besucher und Besucherinnen damit erfreuen.

    Die räumliche Situation der Fachhochschule, aber letztendlich die Corona-Pandemie, beendeten leider die Zeit der Kunst- und Handwerkermärkte in der Fachhochschule für Rechtspflege Nordrhein-Westfalen.

    Es war eine schöne Zeit – für die Ausstellerinnen und Aussteller, aber auch die Besucherinnen und Besucher!

    Angelika Hein

    Mitarbeiterin im Vorzimmer der ehemaligen Direktoren und Direktorin der Hochschule der Justiz Nordrhein-Westfalen i. R.

  • Zum Jubiläum kam der Herr Minister

    Zum Jubiläum kam der Herr Minister

    Aus dem „Euskirchener Land“ vom 2. März 1984

    Ausschnitt aus der Tageszeitung "Euskirchener Land" vom 02. März 1984

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  • Sonia

    Sonia

    Wenn Ehemalige ihre Erinnerungen zu Bad Münstereifel austauschen, dauert es im Schnitt weniger als eine Minute, bis dieser Name fällt: Sonia.

    Im Interview mit Andreas Dormann blickt Sonia auf ihre persönliche Geschichte an unserer Hochschule zurück. Und die ist fast ebenso lang wie die der FHR.

  • Es war einmal…

    Es war einmal…

    Chronik des Fördervereins

    Es war einmal … so beginnen viele Märchen. Im Jahr 2012 zeigte sich an der Hochschule, dass Märchen nicht nur erzählt, sondern auch verhandelt werden können – jedenfalls dann, wenn Schneewittchen und Co. in einem Moot Court juristisch aufbereitet werden. Doch verlangt es die Sorgfalt eines Chronisten, die Geschichte nicht erst dort beginnen zu lassen, wo sie besonders märchenhaft wird. Ihr Anfang liegt vielmehr im Jahr 1987.

    „Vorstehende Satzung wurde heute in das
    Vereinsregister unter VR 752 eingetragen.“

    Mit diesem knappen Satz des Amtsgerichts Euskirchen vom 11. Dezember 1987 begann die Geschichte des Fördervereins der Hochschule der Justiz. Damals unter dem Namen „Freunde und Förderer der Fachhochschule für Rechtspflege Nordrhein-Westfalen e.V.“ gegründet, trat der Verein offiziell ins Licht der Öffentlichkeit, nachdem bereits im Oktober 1987 insgesamt 35 Vertreterinnen und Vertreter der Lehrenden, Studierenden und Verwaltung die Vereinssatzung gebilligt hatten.

    Seitdem gehen die Wege der Hochschule und ihres Fördervereins Hand in Hand – oder, juristischer formuliert: beide befinden sich einer bewährten und auf Dauer angelegten Gemeinschaft. Alle zwei Jahre übernehmen neu gewählte Vorstandsmitglieder die Verantwortung für den Verein. Mit dabei ist kraft Satzung stets auch die jeweilige Sprecherin bzw. der jeweilige Sprecher der Studierenden. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, dort finanzielle Unterstützung zu leisten, wo Haushaltsmittel der Hochschule an ihre Grenzen stoßen. Dem Vereinszweck folgend werden die geistigen, musischen und sozialen Aktivitäten der Studierenden gepflegt und gefördert, sowie die Beziehungen ehemaliger Studierender, ihrer Berufsverbände und Anstellungskörperschaften sowie ehemaliger Dozenten der Hochschule gepflegt.  

    Was daraus in den vergangenen Jahrzehnten entstanden ist, kann sich im Rückblick durchaus sehen lassen. Der Förderverein hat zahllose Projekte ermöglicht und begleitet. Vor Ort an der Hochschule wurden Vorträge organisiert, Webmaster-Kurse unterstützt, Theaterbesuche und Stadtführungen gefördert. Im Jahr 2012 sorgte ein Märchen-Moot-Court weit über die Hochschulgrenzen hinaus für Aufmerksamkeit und bewies eindrucksvoll, dass auch Schneewittchen und Co. gelegentlich eine juristische Aufarbeitung benötigen.

    Ein besonderes Anliegen war und ist die Förderung historischer und gesellschaftlicher Bildung. So begleitete der Förderverein die Entstehung einer multimedialen Ausstellung über Friedrich Kellner und die Rolle der deutschen Justiz während des Nationalsozialismus von Beginn an und unterstützte Studierende bei der Erarbeitung der Inhalte. Die digitale Ausstellung über das Leben und Wirken Kellners, die man online über justiz.nrw abrufen kann, ermöglicht es, sich auch heute noch interaktiv mit Themen wie Euthanasie, Holocaust und Kriegsalltag auseinanderzusetzen.

    Davon, dass Bildung nicht ausschließlich in Hörsälen stattfindet, war der Förderverein stets überzeugt. Um den Blick über den Tellerrand und gelegentlich auch über die Grenzen des Studienalltags hinaus zu erweitern, wurden Fahrten zu Musicals nach Köln, Museumsbesuche in Bonn sowie Exkursionen zu den Weihnachtsmärkten in Aachen und Bonn organisiert. Regelmäßig standen auch Besuche des Astropeilers Stockert und der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang auf dem Programm. Zu den liebgewonnenen Traditionen gehört die jährliche Weinfahrt zur Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr. Weder Pandemie noch Flutkatastrophe konnten dieser Veranstaltung dauerhaft etwas anhaben. Wanderung, Weinprobe und gute Gespräche bieten Jahr für Jahr Gelegenheit, sich abseits von Vorlesungen, Klausuren und Gesetzestexten auszutauschen – ein Angebot, das erfahrungsgemäß großen Zuspruch findet.

    Neben kulturellen Aktivitäten lag dem Förderverein stets auch das körperliche Wohlbefinden der Studierenden am Herzen. Schließlich arbeiten Körper und Geist bekanntlich am besten im Team. Daher wurden über viele Jahre hinweg zahlreiche sportliche Aktivitäten unterstützt. Besonders hervorzuheben ist das jährlich stattfindende Sportfest, für das der Förderverein regelmäßig Sportgeräte sowie Preise für die erfolgreichsten Studiengruppen bereitstellt. Darüber hinaus wurden die Fitness- und Sporträume der Hochschule mit Geräten und Hanteln ausgestattet, Schrittzählwettbewerbe organisiert, sportliche Wettkämpfe mit Justizvollzugsanstalten und anderen juristischen Einrichtungen gefördert sowie Yoga-Kurse angeboten. Tischtennisplatten, Billardtisch und Kicker fanden ihren Weg genauso auf den Campus wie Trikots, Pokale und Auszeichnungen für Dozenten- und Studierendenmannschaften. Kurzum: Wer sich zwischen den Lernphasen sportlich betätigen wollte, fand dafür stets beste Voraussetzungen vor.

    Wo Tag für Tag gemeinsam gelernt und wissenschaftlich gearbeitet wird, darf natürlich auch gemeinsam gefeiert werden. Ob für die Sportfestparty ein DJ engagiert werden musste oder Karnevalsveranstaltungen mit Dreigestirn und Auftritten von Tanz- und Musikgruppen zu organisieren waren – auf den Förderverein war stets Verlass. Über viele Jahre hinweg organisierte er zudem alle vier Jahre ein Ehemaligenfest. Nachdem das Interesse hieran nachließ und die Veranstaltung im Jahr 2016 eingestellt wurde, entwickelt sich derzeit das Campus-Fest zu einem würdigen Nachfolger. Es wird von engagierten Hochschulangehörigen organisiert und vom Förderverein unterstützt. Dass im Rahmen dieses Campus-Festes auch die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Hochschule stattfinden, unterstreicht einmal mehr die enge Verbundenheit zwischen Hochschule und Förderverein.

    Die Liste der geförderten Projekte ließe sich noch lange fortsetzen. Stellvertretend sollen zum Abschluss noch zwei besonders sichtbare Beispiele genannt werden: die in Eigenarbeit von Vorstandsmitgliedern und Studierenden errichtete Grillhütte sowie die auf dem Hochschulgelände entstandene Calisthenics-Anlage. Beide erfreuen sich bis heute großer Beliebtheit. Die eine sorgt für gesellige Stunden, die andere dafür, dass die dabei aufgenommenen Kalorien auch wieder abgebaut werden können.

    All dies wäre ohne das Engagement zahlreicher ehrenamtlich tätiger Lehrender, Studierender und Verwaltungsmitarbeitender nicht möglich gewesen. Sie haben über viele Jahre hinweg Zeit, Ideen und Tatkraft ehrenamtlich in den Dienst des Vereins und damit auch der Hochschule gestellt. Gleichzeitig wäre eine Förderung ohne die vielen Mitglieder nicht möglich gewesen, die dem Förderverein teils über Jahrzehnte die Treue gehalten und durch ihre Unterstützung zahlreiche Projekte erst ermöglicht haben.

    Ihnen allen gilt unser herzlicher Dank. Sie haben dazu beigetragen, dass der Förderverein seit fast vier Jahrzehnten weit mehr ist als nur ein eingetragener Verein – nämlich ein lebendiger Teil der Hochschule. Die Geschichte des Fördervereins ist zugleich ein Stück Hochschulgeschichte – und wird es hoffentlich auch in den kommenden Jahrzehnten bleiben.

    Für den Vorstand des Fördervereins

    Prof. Dr. Christoph Neukirchen

    Professor an der Hochschule der Justiz Nordrhein-Westfalen

  • Mit herzlichem Gruß in A-Dur

    Mit herzlichem Gruß in A-Dur

    Erinnerungen an Aufbaujahre, Studienpläne und Karneval

    Wenn ich ehrlich bin: Viel fällt mir hierzu gar nicht ein. Jedenfalls behaupte ich das zunächst einmal. Denn bei näherem Nachdenken kommt dann doch einiges zusammen…

    Seit 1976 waren der Kollege Prof. Josef Fasselt und ich damit befasst, für den Fachbereich Strafvollzug die Studienordnung und die Studienpläne zu erstellen. Das klingt zunächst nach Aktenordnern, Paragrafen und langen Besprechungen – und vermutlich war es das auch. Aber es war zugleich echte Aufbauarbeit.

    In der Anfangszeit erfolgte vieles in enger Abstimmung mit dem Justizministerium in Düsseldorf sowie mit Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Hessen. Nach der Einheit kamen dann Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen hinzu. Man kann also sagen: Wer damals Studienpläne machte, lernte nebenbei auch die föderale Landkarte sehr genau kennen.

    Herr Fasselt und ich waren außerdem als Vertreter der Fachhochschule in den Prüfungsausschüssen dieser Länder tätig. Damit waren wir nicht nur in Nordrhein-Westfalen unterwegs, sondern auch darüber hinaus bekannte Gesichter – vermutlich gelegentlich gefürchtet, hoffentlich aber auch geschätzt.

    Natürlich bestand das Leben an der Fachhochschule nicht nur aus Studienordnungen, Sitzungen und Prüfungsausschüssen. Bis 1990 war ich gemeinsam mit den Studentinnen und Studenten für die Organisation der Karnevalsfeiern zuständig. In den ersten Jahren konnten wir oftmals sogar Livebands gewinnen. Später wurde dann technisch aufgerüstet: Wir schafften eine eigene Stereoanlage an und spielten unsere eigenen Kassetten ab. Aus heutiger Sicht klingt das vielleicht etwas nostalgisch – damals war es völlig ausreichend, um bis spät in die Nacht zu tanzen.

    An diese Feiern habe ich nur positive Erinnerungen. Besonders schön war, dass selbstverständlich fast alle mitmachten: Studentinnen und Studenten, Direktor, Stellvertreter (die Herren Allolio und Gansen) und auch die Dozenten. Und natürlich erschienen alle im Kostüm. Die Fachhochschule zeigte damit schon früh, dass sie nicht nur Studienordnungen erstellen, sondern auch Karneval feiern konnte.

    Wenn ich auf diese Jahre zurückblicke, denke ich an viel Arbeit, viele Abstimmungen, viele Reisen, aber auch an eine lebendige Gemeinschaft. Es wurde viel geplant, geprüft, organisiert – und gelegentlich eben auch gefeiert und getanzt.

    Mit herzlichem Gruß in A-Dur

    Manfred Hardes

    Dozent im Fachbereich Strafvollzug i. R.

    P. S.

    Wer mehr über die Karnevalsfeiern an der FHR erfahren möchte, dem empfehle ich diesen Beitrag des Kollegen Robert Ramm: Der Tag, an dem die Seeräuber kamen

  • Gratulation zum Geburtstag

    Gratulation zum Geburtstag

    Liebe Fachhochschule für Rechtspflege,

    ich gratuliere Dir von Herzen zu Deinem 50. Geburtstag und bin sehr glücklich, knappe vier Lebensjahre mit Dir geteilt zu haben. Vom 1. Februar 2010 bis zum 19. Dezember 2013 durfte ich die Fachhochschule für Rechtspflege (und ihre Schwestereinrichtung, das Ausbildungszentrum der Justiz) leiten und dies war mir nicht nur eine Ehre, sondern vor allem eine sehr große Freude. Ich denke sehr gerne an diese glückliche Zeit zurück.

    Natur

    Mein erster Tag in Bad Münstereifel im Vorfeld meiner Ernennung fiel auf einen wunderschönen Sommertag mit strahlend blauem Himmel. Ich stieg aus dem Zug – wie auch später fast jeden Tag – und es war Liebe auf den ersten Blick. Die Liebe blieb, auch, wenn an meinem ersten Arbeitstag der Schnee gefühlt „meterhoch“ lag und über Wochen nicht schmelzen wollte. Arbeiten, wo andere Urlaub machen, in einer „ablenkungsarmen Umgebung“, wie man gerne bei Begrüßungen sagte, aber so „ablenkungsarm“ waren weder der Ort noch die Herausforderungen, die zu bewältigen waren, und auch die Studierenden wussten nach meinem Eindruck die Vorzüge einer „Campushochschule“ in der Eifel durchaus zu schätzen.

    Menschen

    Vom ersten Tag an fiel mir die enge Verbundenheit aller Angehörigen mit ihrer Fachhochschule auf: die der Lehrenden, der Studierenden sowie aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Fachhochschule war für alle viel mehr als ein „Arbeitsplatz“ und für viele mehr ein „Familienbetrieb“. Dies erklärt auch, wie mit verhältnismäßig kleiner Personenzahl Großes erreicht werden konnte. Höchst engagiert, spontan, ideenreich, ortsverbunden, den Menschen zugewandt, freundlich, offen, hilfsbereit und humorvoll.

    Erfolge

    Mit allen diesen guten Eigenschaften versehen, haben die Menschen der Fachhochschule für Rechtspflege Großes erreicht, sowohl in seinen beiden großen Fachbereichen Rechtspflege und Strafvollzug, als auch in der bundesweit einzigen Amtsanwaltsausbildung und in seinen angegliederten Zentren für Betriebswirtschaft, IT und Mediendidaktik: Die Hochschule ist Garantin für eine fundierte, wissenschaftlich vertiefte und zugleich praxisorientierte hochwertige Ausbildung ihrer Studierenden, die in der justiziellen Praxis sofort als Kolleginnen und Kollegen eingesetzt werden können. Es war mir stets wichtig, die Fachhochschule für Rechtspflege und ihre hervorragende Arbeit sichtbar zu machen.

    Deshalb hat es mich sehr gefreut, dass wir im Mai 2010 den Fotowettbewerb des Justizministeriums „Wir sind ein Team“ gewannen, nachdem wir mit über 200 Menschen ein Paragraphenzeichen gebildet hatten, und dass aus diesem „Menschenparagraphen“ kurz darauf das erste Logo der Fachhochschule für Rechtspflege geworden ist, in einem „warmen Orange“ gehalten, angelehnt an die Farbe der FH I.

    Ich freue mich, dass sich das Logo über die Jahre etabliert hat und nun in das neue Logo der Hochschule der Justiz Nordrhein-Westfalen eingegangen ist.

    Liebe Hochschule der Justiz,

    Dir wünsche ich nun von Herzen weiterhin alles Gute, glückliche Menschen und viel sichtbaren Erfolg.

    Dr. Corinna Dylla-Krebs

    Präsidentin des Landesjustizprüfungsamtes
    am Ministerium der Justiz Nordrhein-Westfalen

  • Der Tag, an dem die Seeräuber kamen

    Der Tag, an dem die Seeräuber kamen

    Karnevalsgeschichte(n) und der Beginn einer närrischen Tradition

    Egal ob Alaaf oder Helau, hier waren sich die meisten Studierenden in ihren Abschlusszeitungen schnell einig:

    Diese Party gehört neben der Sportfestparty zu den besten!

    Schon Anfang der 1980er Jahre wurde in der (damals noch) Fachhochschule regelmäßig eine Karnevalsparty gefeiert, damals organisiert von Oberregierungsrat Manfred Hardes.

    Natürlich war die technische Ausstattung eine andere als später.

    Musik kam von der Kassette oder aber es gab Livemusik. Mit Unterstützung des Fördervereins wurde schon bald eine eigene Musikanlage angeschafft und kräftig im internen Kreis von Studierenden aller Fachbereiche und Dozenten gefeiert.

    Anfang der 1990er Jahre wurde Robert Ramm als Dozent an die Fachhochschule abgeordnet.

    Er war gleichzeitig Präsident der KG Seeräuber Obermaubach und konnte seine Verbindungen zu Karnevalsvereinen, DJs und Bands in die Organisation und den Ablauf der Party einbringen. Er übernahm daher in enger Abstimmung mit den Dozenten, den Studierenden und der Verwaltung die Organisation dieser Veranstaltung.

    Die Party wurde im großen Stil vom Förderverein gefördert. Alle Einnahmen kamen den Studierenden für die Diplomierungsfeier zugute. Auch der damalige Kantinenpächter, Herr Axel Schmitt förderte später die Veranstaltung kräftig.

    Die Technik der Veranstaltung wurde sowohl in Bezug auf Ton und Licht ständig professioneller, es gab zeitweise sogar Nebelmaschinen (die regelmäßig einen Feueralarm auslösten).

    Für die Unterhaltung sorgte ein DJ und in jedem Jahr trat eine Liveband auf. In den letzten Jahren war es sogar eine Band, die regelmäßig auf Weiberfastnacht in Köln auf dem Alten Markt neben anderen Gruppen die harte Phase des Karnevals einläutet. Zwischenzeitlich spielte auch einmal der ehemalige Dozent aus dem Fachbereich Strafvollzug Michael Birx mit seiner Backesband aus Jülich.

    Es wurde eine Kostümprämierung eingeführt, die sowohl bei Studierenden als auch bei Dozenten zu phantasievollen Verkleidungen Anlass gab. Die Preise wurden vom Förderverein, der damaligen Direktorin der FH und dem Kantinenpächter gesponsort.

    Selbstverständlich gab und gibt es für alle Aktiven und Unterstützer einen Karnevalsorden.

    Ab 2008 begann eine Tradition, die bis heute anhält. Die KG Seeräuber besuchte erstmals die Party und begleiteten dabei ihr Dreigestirn, mit dabei Bauer Robert I (Ramm). Sie brachten Garden, Schautanzgruppen, Mariechen und ein Herrenballett mit.

    Aber auch die Studierenden hatten sich etwas Besonderes einfallen lassen: eine Gruppe von Studentinnen hatten einen Schautanz einstudiert und trugen unter dem Namen FHR Delicious zum Programm bei. Die Begeisterung unter Aktiven und Zuschauern war riesig.

    Schnell sprach sich die Qualität der Veranstaltung herum. Nicht nur die Seeräuber kommen seitdem zu jeder Karnevalsparty, sondern auch andere Karnevalsvereine, Kollegen aus der Praxis und selbst Besucher aus Münstereifel und dem Umfeld waren gern gesehene Gäste.

    Regelmäßig wurden mit Billigung der Verwaltung den Kollegen aus der Praxis auch Übernachtungsmöglichkeiten in der FH zur Verfügung gestellt.

    Weitere Tollitäten aus den Reihen der Hochschule besuchten in den folgenden Jahren mit ihren Vereinen die Karnevalsparty.

    Den Anfang machte im Jahr 2014 Prinz Ralf I. (Schneider) mit seinem Dreigestirn und der Karnevalsgesellschaft aus Vussem.

    Es folgte im Jahr 2016 Prinz Heinz-Georg I. (Kerkmann) mit seiner Gesellschaft der Biebesse aus Monschau-Höfen.

    Alle waren natürlich den anwesenden Gästen gut bekannt und wurden begeistert empfangen.

    Einen weiteren Höhepunkt bei dieser Veranstaltung gab es im Jahr 2019. Die Kölner Traditionsgruppe der Lyskircher Hellige Knäächte und Mägde, in Ihrem Reihen die Dozentin Sarah Bliessen besuchte die Karnevalsparty und sorgte mit ihren Tanzdarbietungen für Gänsehautfeeling bei allen Gästen.

    Nach der Pensionierung von Robert Ramm wurde die Organisation in die fachkundigen Hände der Dozenten Christian Bock und Prof. Dr. Markus Lamberz übergeben.

    An der Qualität der Veranstaltung hat sich dadurch nichts verändert. Immer noch sorgen ein DJ, eine Liveband, Kostümprämierung und nicht zuletzt der Besuch der KG Seeräuber mit Tollitäten und einigen Auftritten für ein abwechslungsreiches Programm.

    Es sind diese Veranstaltungen, an die sich die Studierenden nach dem Abschluss gerne erinnern.

    Und nicht zuletzt gilt der Grundsatz: Wer gut zusammen feiern kann, kann auch gut zusammen arbeiten und lernen/lehren.

    Robert Ramm

    Dozent an der FHR NRW i. R.

  • Am Anfang war … Bad Münstereifel

    Am Anfang war … Bad Münstereifel

    Es ist schon ein wenig her – es war im November 2002 – dass sich in der FH für Rechtspflege des Landes NRW in Bad Münstereifel – aus damaliger Sicht – sechs Exoten aus verschiedenen Bundesländern getroffen haben, um sich über eine länderübergreifende Lernplattform auszutauschen.

    Allein der Gedanke, das sogenannte ‘E-Learning‘ könnte ein probates Mittel sein, um erfolgreich abstraktes Wissen ‘an den Mann zu bringen‘, wo doch der Unterricht im Lehrgruppenraum mit dem persönlichen Kontakt zum Dozierenden die bisher einzig erfolgversprechende Lehrform zu sein schien – das war eine Revolution, wenn nicht sogar eine Revolte gegen alles Dagewesene in der Fachhochschullehre.

    Und dennoch, die sechs Pharisäer, die im November 2002 in Bad Münstereifel zusammenkamen, hatten eine gemeinsame, trotz aller unterschiedlichen Ansätze und Erfahrungen einende Überzeugung: neue Wege bieten Chancen und sind weiß Gott den Versuch wert, es auszuprobieren.

    Wenn ich mir heute vor Augen führe, in welchen Kinderschuhen die digitale Lehre vor nunmehr 24 Jahren steckte, dann war der Gedanke, die unterschiedlichen Ansätze und Erfahrungen in den Bundesländern zu bündeln und eine gemeinsame Lern- + Lehrplattform zu installieren, mehr als mutig: Allein schon die Absicht, Individualinteressen von Fachhochschulen verschiedener Bundesländer auf einen Nenner zu bringen, erschien eo ipso absurd.

    Letztlich ist es der Beharrlichkeit und Überzeugungskraft der in Bad Münstereifel gegründeten „AG E-Learning“ und ihrer Protagonisten zu verdanken, dass auf der ILIAS-Lernplattform der „Bundesarbeitsgemeinschaft digitale Lehre an den Hochschulen für den öffentlichen Dienst“ alle 16 Bundesländer heute mit 40 Hochschulen sowie assoziierten Bundes- + Länderinstitutionen zusammenarbeiten und digitale Lehr- und Lerneinheiten für über 60.000 NutzerInnen jederzeit abrufbar zur Verfügung stehen.
    An dieser Stelle darf nicht unerwähnt bleiben, dass dieser Weg ohne die Unterstützung der Rektorenkonferenz der Fachhochschulen für den öffentlichen Dienst nicht möglich gewesen wäre. Das Vertrauen der Rektorenkonferenz in die Gründer der damaligen ‘AG E-Learning‘ und später in die Protagonisten und verantwortlichen DozentInnen der ‘BAG digitale Lehre‘ hat sich mehr als ausgezahlt.

    BAG-Mitgründer Andreas Dormann und Wolfgang Liethmann
    (bei der 10. Jahreskonferenz 2010 in Berlin)

    Dabei ist die Qualität digitaler Lehre von den Anfängen bis heute rasant gestiegen und optimiert sich stetig. Und in den Hochzeiten der Corona-Pandemie konnte digital basierte Lehre unter Beweis stellen, was sie leisten kann. Ich selbst bin mittlerweile im sog. Ruhestand, aber immer noch am digitalen Ball, der seine Faszination für mich nicht verloren hat. 2002 – auf der Gründungssitzung der AG E-Learning – hätte ich mir nicht vorstellen können, selbst juristische Prüfungen digital abzunehmen; aber es klappt perfekt und ich habe es in Teilen selbst organisiert und mit Erfolg umgesetzt.

    Die FH Bad Münstereifel war und ist ein Stein im Puzzle der digitalen Lehre. Ich darf ihr an dieser Stelle meinen Dank und Anerkennung aussprechen und gratuliere zu 50 Jahren erfolgreicher Wissensvermittlung!

    Wolfgang Liethmann

    Dekan a.D. des Fachbereichs Steuer der FHVD Altenholz
    Medien – + Projektberatung zu digitalen Lehr- und Lernmedien

  • Von der Eifel nach New York

    Von der Eifel nach New York

    Das Reiseziel New York war ein Höhepunkt in der Geschichte der FHR-Studienfahrten.

    Die von Professor Wolfgang Schneider (einem ehemaligen FHR-Dozenten) begleitete Studienfahrt vom 21. bis 28.09.1996 lieferte quasi die „Blaupause“ für die von Prof. Schneider und (dem ehemaligen) FHR-Prof. Dr. Peter Metzen „moderat betreute“ Folge-Studienfahrt vom 20. bis 28.09.1997.

    Die wesentlichen Stationen und Erlebnisse dieser beiden einzigen interkontinentalen FHR-Studienreisen sind von den ehemaligen FHR-Studentinnen Ursula Irmer (1996) und Ina Giesen (1997) auch mit begeisternden Reiseberichten in den Examenszeitungen 1998 und 1999 festgehalten.

    Vom Start im bekannten New Yorker JFK- Airport bis zu den Abschiedsfeten in den Stamm-Restaurants/-Kneipen am Broadway bleiben die Highlights dieser Studienreisen den Studierenden und ihren Begleit-Lehrenden bis heute in lebhafter Erinnerung.

    Prof. Dr. Peter Metzen

    Professor an der FHR NRW i. R.